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2 Tage-Kurs für Universitäten / Studentengruppen:

Mehr vom Meer verstehen, theoretisches Wissen direkt im Lebensraum vertiefen, Zusammenhänge verstehen: allgemeiner Meeresbiologischer Kurs über das Mittelmeer und die Adria

 

Wichtige Punkte:

  • Das dargestellte Programm ist ein leicht zu modifizierendes Angebot der mare-mundi Feldstation an Universitätsgruppen unter Leitung von Dr. Robert Hofrichter. Wenn der Dozent/Kursleiter ein eigenes Programm nach eigenen Vorstellungen und mit anderen Schwerpunkten durchführen will, ist es selbstverständlich kein Problem. Wir bitten den Dozenten/Kursleiter um die Bekanntgabe seiner Wünsche und Absprache, ob die Anwesenheit von Robert Hofrichter erwünscht ist. Wenn nicht, reduziert sich der Preis.
  • Dargestellt werden drei Beispiele für 4, 3 und 2 Tage. Das Programm kann aber auch für eine Woche oder sonst eine gewünschte Kurslänge anpassen. Bei längeren Aufenthalten können Spezialthemen wesentlich genauer abgehandelt werden, können biologisch interessante Ausflüge zu benachbarten Inseln durchgeführt werden (Weißkopfgeier-Kolonien) und ergänzende terrestrische Programme auf der Insel Krk angeboten werden.
  • Bei unseren meeresbiologischen Kursen werden keine größeren Tiere getötet. Bei kleinen Planktonorganismen oder Sandlückenbewohnern (sozusagen in der Größe von “Mikroorganismen”) lässt sich das nicht verhindern, aber in diesen Fällen haben die Probenahmen keinerlei negative Auswirkungen auf das Ökosystem). Wenn wir einzelne Tiere dem Meer entnehmen, dann nur auf schonende Weise und für kurze Zeit für Unterrichtszwecke. Alle Tiere werden nachher schnell wieder in den passenden Lebensraum zurückgebracht.
  • Die teilnehmenden Studenten und ihre Dozenten können das Programm tauchend oder schnorchelnd absolvieren, je nach dem, ob sie im Besitz eines Taucher-Brevets sind. Die Gruppe kann auch aufgeteilt werden.
  • Spezielle, hier nicht erwähnte Fragestellungen und Themen können bearbeitet werden, wenn es vorher mit der Feldstation abgesprochen ist.



1 Tag.
Lernziel: Das Mittelmeer und die mediterrane Region verstehen, tiefere Einblicke in die biologischen Grundlagen der Unterwasserwelt des Mittelmeeres gewinnen, die zwei großen Lebensbereiche Freiwasser (Pelagial) und Meeresgrund (Benthal) sowie ihre Bewohner und Bedeutung verstehen lernen.

9.00Begrüßung. Allgemeine Einführung zum Mittelmeer und seinen Lebensräumen. Naturgeschichte des Mittelmeeres. Warum ist das Meer salzig? Wie kommt das Salz ins Meer, warum gibt es im Meer eine höhere Artenvielfalt? PP-Präsentation 45 min.
9.45Lebensraum Pelagial (offenes Meer, das Freiwasser) und das Plankton als Grundlage des marinen Nahrungsnetzes. PP-Präsentation, 30 min
10.15

 

 

Schnell-Wissensquiz zum Thema, 5 min (spielerisch). 3 bis 5 Gewinner werden ermittelt. 
10.30Ausfahrt mit dem Motorboot “Plankton ziehen”, 15 min (die Gewinner des Wissensspiels können mitfahren), die anderen Teilnehmer genießen eine kurze Pause
11.00Praktische Auswertung der Planktonprobe, Mikroskopieren, Bestimmung der Planktonorganismen. Wie sieht ein typischer Planktonorganismus aus? Zusammenfassung in einer systematischen Formenliste: Welche Tierstämme (bzw. “Lebensformen”) sind vertreten?  


12.30 Mittagspause
14.00
Lebensraum Benthos (der Meeresgrund). PP-Präsentation, 45 min. Zugleich theoretische Einführung für einen meereskundlichen Schnorchel- oder Tauchgang.
14.45Vorbereitung für einen meereskundlichen Schnorchel- oder Tauchgang, 15. min 
15.00 – 16.30 Meereskundlicher Schnorchel- oder Tauchgang unter Führung des Kursleiters im Lebensraum “primärerer Hartboden” (Hausriff). Anfertigung von digitalen Fotos, Sammeln von Proben.
16.30 – 18.30 
Auswertung des Schnorchel- oder Tauchgangs, Auswertung der Proben, erste Orientierung in der Unterwasserwelt des Mittelmeeres, Erkennung der unterschiedlichen Lebensweisen (z.B. sesshaft und beweglich), Ernährungsweisen (z.B. innere und äußere Filtrierer, Weidegänger, Prädatoren u.a.). Zusammenfassung in einer systematischen Formenliste: Welche Tierstämme (bzw. “Lebensformen”) sind vertreten? 
18.00 – 20.00 Pause, Abendessen
20.00
Das Mittelmeer und Du: die bedrohliche Umweltsituation des Mittelmeeres präsentiert in Bildern (PP-Präsentation). Was können wir dagegen tun? Offene Diskussionsstunde. 

 

 

 


2 Tag. Lernziel:
Was lebt im Meer? Die Organismenwelt des Mittelmeeres, die Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere verstehen. Die Fisch-Biozönose des Mittelmeeres kennen lernen. Die marine Ökologie verstehen, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilen des Ökosystems, die Nahrungsnetze, die unzähligen Wechselwirkungen. Zusammenhang zwischen Form und Funktion. Demonstriert wird dieses Kapitel speziell an einem Lebensraum bzw. an einer Lebensgemeinschaft: Sandlückenraum und Sandlückenbewohner (Mesopsammon).

9.00
Einführung in die systematische Übersicht aller Meeresbewohner, Viren (sind an und für sich keine Organismen), Bakterien, diverse Einzeller, Algen, Seegräser, Tierreich bis zu den Meeressäugern. Was sind Tiere, was sind Pflanzen? Gibt es Pilze im Meer? PP-Präsentation, 60 min. 
10.00Vorbereitung für einen meereskundlichen Schnorchel- oder Tauchgang: Die wichtigsten Lebensräume des Mittelmeeres und ihre Bewohner, 15. min
 10.30Meereskundlicher Schnorchel- oder Tauchgang, fotografische Dokumentation einer möglichst hohen Zahl mariner Organismen in verschiedenen Lebensräumen (primärer und sekundärer Hartboden, Algenbestände, Seegras, Sandgrund, Blockfeld u.a.). Einzelne Demonstrationsobjekte werden gesammelt. Erste Auswertung und Nachbesprechung am Strand, definitive Auswertung am Nachmittag.
12.00
Mittagspause
14.00Die marinen Lebewesen aus nächster Nähe erleben: Auswertung der gesammelten Proben, ihre Betrachtung mit Binokular und Mikroskop. Zusammenfassung in einer systematischen Formenliste: Welche Tierstämme (bzw. “Lebensformen”) sind in den einzelnen Lebensräumen vertreten? 
15.30

 

Probenahme vom Lebensraum Sandgrund. Gewinnung der Organismen (Lebewesen, die zwischen den Sandkörnern leben, Mesopsammon) aus der Sandprobe durch Betäuben und Auswaschen mit Magnesiumchlorid. Zwischen den Sandkörnern lebt versteckt eine der verblüffendsten und artenreichsten Lebensgemeinschaften des Meeres, in der Vertreter zahlreicher Tierstämme in Miniaturausgabe vertreten sind.

16,00Auswertung der Proben, Betrachtung der Proben im Binokular und Mikroskop. Zusammenfassung in einer systematischen Formenliste (Welche Tierstämme bzw. Lebensformen waren vertreten? Wie sieht der typische Sandlückenbewohner aus und warum?).
17.00 
Die Megafauna (große Tiere) des Mittelmeeres: Meeresschildkröten, Haie und Rochen, große Knochenfische, Wale und Delfine, Mönchsrobben. Die Fische des Mittelmeeres und ihre wichtigsten Familien. Alle Großtiere des Mittelmeeres sind stark vom Aussterben bedroht! Die Delfine der Nordadria. PP-Präsentation, 60 min. 
18.00
Pause
20.00
Zusammenfassung des Kurses, Diskussion und Fragerunde. Geselliges Beisammensein und Abschlussfeier.